Leitfaden für Einkaufsleiter: Die richtige Auswahl an hochsichtbarer und Outdoor-Bekleidung für Ihre Belegschaft
Einführung
Die Beschaffung von Sicherheits- und Outdoor-Bekleidung ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. Die richtige Wahl schützt Ihr Team, gewährleistet die Einhaltung von Vorschriften und bietet eine hohe Rendite durch verbesserte Haltbarkeit und Zufriedenheit der Mitarbeiter. Die falsche Entscheidung kann zu Sicherheitsvorfällen, Bußgeldern wegen Nichteinhaltung und häufigen, kostspieligen Ersetzungen führen. Dieser Leitfaden hilft Einkaufsleitern, Sicherheitsbeauftragten und Unternehmern, den entscheidenden Auswahlprozess zu meistern und die optimale Warnschutz- und Outdoor-Bekleidung für Ihre spezifischen betrieblichen Anforderungen auszuwählen.
Schritt 1: Durchführung einer gründlichen Gefährdungsbeurteilung am Arbeitsplatz
Bevor Sie einen Katalog einsehen, müssen Sie zunächst das Umfeld verstehen, in dem die Bekleidung getragen wird. Stellen Sie folgende zentrale Fragen:
Welche Verkehrs- und Geschwindigkeitsbedingungen liegen vor? Befinden sich Arbeiter in der Nähe von langsam fahrenden Lagervorkommissionierfahrzeugen oder schnellem Autobahnverkehr? Dies bestimmt die erforderliche Bekleidungsklasse (z. B. Klasse 2 im Vergleich zu Klasse 3).
Wie sind die Umgebungsbedingungen? Findet die Arbeit hauptsächlich im Freien statt, wodurch die Arbeiter Regen, Wind, Sonne oder extremer Kälte ausgesetzt sind?
Bestehen weitere Gefahren? Berücksichtigen Sie Risiken wie Feuer, Lichtbogenentladung, Chemikalienspritzer oder scharfe Gegenstände. Möglicherweise ist Kleidung erforderlich, die Warnschutz mit flammgeschützten (FR) oder lichtbogengeschützten (AR) Eigenschaften kombiniert.
Wie hoch ist der Grad der körperlichen Betätigung? Tätigkeiten mit hoher Beweglichkeit (z. B. Bauwesen, Forstwirtschaft) erfordern atmungsaktive, flexible Stoffe, während bei weniger bewegungsintensiven Aufgaben Wärme oder Wasserdichtigkeit im Vordergrund stehen können.
Schritt 2: Entschlüsseln der Normen und Zertifizierungen
Stellen Sie niemals die Zertifizierung in Frage. Sie ist Ihre objektive Leistungsgarantie.
Identifizieren Sie Ihre regionale Norm:
- Für Europa und die meisten internationalen Märkte: Achten Sie auf das EN ISO 20471-Siegel und die entsprechende Zertifizierung.
- Für Nordamerika: Achten Sie auf die Einhaltung von ANSI/ISEA 107. Für Beschäftigte im öffentlichen Sicherheitsdienst (z. B. Feuerwehrleute, Polizei) ist außerdem ANSI/ISEA 207 relevant.
- Prüfen Sie das Etikett: Eine zertifizierte Bekleidung trägt ein dauerhaftes Etikett mit Angaben zum Standard, zur Klasse und zur Anzahl der Wäschen, die sie bei beibehaltener Leistungsfähigkeit aushält. Fordern Sie von Ihrem Lieferanten stets die Zertifizierungsunterlagen an.
Schritt 3: Bewertung der Material- und Verarbeitungsqualität
Die Zertifizierung legt die Mindestanforderungen fest, aber die Qualität bestimmt Haltbarkeit und Tragekomfort.
- Trägermaterial: Tasten Sie den Stoff. Ist er robust, aber dennoch flexibel? Achten Sie auf Merkmale wie Ripstop-Gewebe für erhöhte Haltbarkeit und feuchtigkeitsableitende Behandlung für mehr Komfort. Prüfen Sie, ob das Material aus recycelten Bestandteilen besteht, falls Ihr Unternehmen Nachhaltigkeitsziele verfolgt.
- Reflektierendes Band: Überprüfen Sie die Haftung des Bandes. Es sollte fest verbunden sein, ohne lose Kanten. Hochwertiges Band bleibt nach mehreren Wäschen hochreflektierend und flexibel. Stellen Sie sicher, dass es „Performance Level 2“ gemäß EN ISO 20471 erfüllt, um eine überlegene Leistung bei Regenbedingungen zu gewährleisten.
Konstruktionsdetails:
- Nähte: Achten Sie auf verstärkte, gerade Nähte, insbesondere an Belastungsstellen wie Schultern und Taschen.
- Reißverschlüsse und Beschläge: Robuste YKK-Reißverschlüsse gelten in der Branche als Maßstab für Zuverlässigkeit. Prüfen Sie, ob die Zippergriffe groß genug sind, um sie auch mit Handschuhen bedienen zu können.
- Sichtbarkeitssteigerndes Design: Für Umgebungen mit hohem Risiko (Klasse 3) muss die Bekleidung eine 360°-Sichtbarkeit gewährleisten, mit reflektierenden Bändern an Armen und Beinen.
Schritt 4: Die entscheidende Bedeutung von Passform und Tragekomfort
Eine unbequeme Bekleidung ist an sich bereits eine Sicherheitsgefahr. Wenn die Mitarbeiter die Ausrüstung als zu heiß, zu eng oder schlecht sitzend empfinden, tragen sie sie möglicherweise nicht korrekt.
- Größen: Bieten Sie eine umfassende Größenauswahl, einschließlich lang und groß & lang-Optionen. Eine gute Passform ermöglicht das Tragen mehrerer Lagen bei kaltem Wetter, ohne zu weitschlackig zu sein, was an Maschinen hängen bleiben könnte.
- Ergonomie: Achten Sie auf Merkmale wie anatomisch geformte Knie und Ellbogen, eingesetzte Achselstücke und Bi-Swing-Rücken. Diese Designs ermöglichen natürliche Bewegungen, reduzieren Ermüdung und steigern die Produktivität.
- Luftversorgung: Bei stark beanspruchenden Tätigkeiten sind Merkmale wie Reißverschlüsse unter den Armen (Achselreißverschlüsse), netzartig ausgekleidete Belüftungsöffnungen und Rückenklappen entscheidend für die Wärme- und Feuchtigkeitsregulierung.
Schritt 5: Die Zusammenarbeit mit dem richtigen Lieferanten
Ihre Wahl des Lieferanten ist ebenso wichtig wie Ihre Produktauswahl. Ein zuverlässiger Exporteur oder Hersteller sollte Folgendes bieten:
- Nachgewiesene Konformität: Transparente und leicht verfügbare Zertifizierungen für ihre Produkte.
- Anpassungsoptionen: Die Möglichkeit, Firmenlogos, Markenbezeichnungen oder spezifische Farbabsetzungen hinzuzufügen, während die Konformität beibehalten wird.
- Konsistente Qualität: Eine nachweisbare Erfolgsbilanz beim Ausliefern von Produkten, die Batch für Batch den Spezifikationen entsprechen.
- Fachhilfe: Fachkundiges Personal, das Ihnen bei der Auswahl des richtigen Produkts für Ihre Anwendung behilflich ist und Sie durch komplexe Compliance-Fragen führt.
Fazit: Eine Investition in Sicherheit und Effizienz
Die Auswahl von Warn- und Outdoor-Bekleidung ist ein vielschichtiger Prozess, der weit über die bloße Auswahl einer Weste aus einem Katalog hinausgeht. Durch eine systematische Bewertung der Arbeitsplatzgefahren, die Einhaltung entsprechender Zertifizierungen, die Prüfung der Qualität, die Priorisierung des Tragekomforts und die Wahl eines fachkundigen Lieferanten treffen Sie eine strategische Investition. Diese erfüllt nicht nur Ihre gesetzliche Sorgfaltspflicht, sondern fördert zudem eine Sicherheitskultur, steigert die Mitarbeiterzufriedenheit und schützt letztendlich Ihre Gewinnspanne.

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